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Plasmapherese

Im Rahmen einer therapeutischen Plasmapherese wird mit Hilfe eines Filters Blut in seine Bestandteile Blutplasma (Blutflüssigkeit) und Blutkörperchen aufgetrennt. Bei der Plasmapherese wird Ihnen über ein Schlauchsystem aus einer Vene Blut entnommen und mit einem blutgerinnungshemmenden Mittel (in der Regel Heparin) versetzt. Ihr behandelnder Arzt wird vorab feststellen, ob das Legen eines Katheters sinnvoll ist. In Abhängigkeit vom gewählten Plasmaphereseverfahren erhalten Sie das gereinigte Blutplasma zurück oder es wird die entnommene Plasmamenge verworfen und durch Humanalbumin oder Frischplasma ersetzt. Die übrigen Blutbestandteile wie Blutkörperchen und Blutplättchen fliessen in Ihr Blutsystem zurück.

Die Plasmapheresebehandlung erfolgt mit einem speziellen Gerät mit sterilen EinmalSchlauchsystemen, die nach jeder Behandlung verworfen werden. Ein geringer Verlust an Eiweissstoffen (u.a. Gerinnungsfaktoren) ist während einer Plasmapheresebehandlung nicht zu vermeiden, die Gerinnungsfähigkeit des Blutes kann hierdurch beeinträchtigt werden. Diese Faktoren können jedoch innerhalb weniger Tage wieder nachgebildet werden bzw. durch die Gabe von Frischplasma ersetzt werden.

Nach der Behandlung kann eine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit eintreten. Wir empfehlen das Einhalten einer Ruhepause nach Apherese von mindestens 60 min. Die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, ist für den Entnahmetag eingeschränkt. Risikotätigkeiten (z. B. Tauchen, Bergsteigen, Fallschirmspringen etc) dürfen diese erst am Folgetag wieder aufnehmen.

 

Während einer ca. 2 stündiger Blutfiltration werden aus dem Blutkreislauf und infolgedessen auch aus dem Gewebe der inneren Organe und der Haut je nach Indikation bestimmte Blutbestandteile entfernt:

  • Immunglobuline (Antikörper)
  • Immunkomplexe
  • Fette
  • Hormone
  • Proteine
  • Gifte

Das Prinzip der Plasmapherese

Ueber einen Zugang der Armvene wird das Blut durch einen Nano Filter geleitet. Hier wird das Plasma getrennt. Das gereinigte Plasma samt rotem Blutkörperchen wird dem Körper in der selben Behandlung wieder zurückgeführt.

Die klinische Wirksamkeit der Plasmapherese hat sich nachweislich bei folgenden Krankheiten bewährt:

Zentrales Nervensystem

  • MS Multiple Sklerose
  • Gehirn-Leber-Enzephalopathie
  • Degenerative Erkrankungen des Gehirns
  • Parkinson
  • Alzheimer Demenz
  • Neuroborreliose

Lunge

  • Asthma bronchiale
  • chronische Bronchitis
  • Lungenfibrose

Magen-Darm

  • chronische Magenentzündung
  • chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • chronische Entzündung der Gallenblase
  • Colitis ulcerosa (Darmentzündung)

Hauterkrankungen

  • Neurodermitis
  • Psoriasis
  • Herpes Zoster
  • Lupus Erythematodes

Herzerkrankungen

  • Nach eine Herzinfarkt
  • Hypertonie (erhöhter Blutdruck)
  • Virale Herzentzündung
  • Autoimmunerkrankung des Herzmuskels

Rheumaerkrankung

  • Rheumatoide Arthritis
  • Polyarthritis

Sonstige

  • Autoimmunerkrankung der Schilddrüse wie Hashimoto, Morbus Basedow
  • Trockene Makuladegeneration
  • Raynaud Syndrom
  • Progressive Sklerodermie
  • Lupus erythematodes
  • Heuschnupfen
  • Prostatitis
  • Tinnitus
  • Hylercholesterinämie
  • Allergien auf Medikamente und Lebensmittel
  • chronische bakterielle und virale Infektionen
  • chronisch rezidivierende Infektionen der Urogenitaltraktes
  • Infektionen mit Chlamydien, Mykoplasmen und bei CMV Infektion
  • Pyelonephritis
  • Drogenabhängigkeit und Alkoholabusus
  • Fibromyalgie
  • Begleitend zur Krebserkrankung und Chemotherapie

 

Therapieplan

Als Basisbehandlung sind 2-4 Termine, jeden zweiten Tag sinnvoll. Somit müssen Sie ca. 8 ruhigere Tage einplanen. Je nach Schweregrad der Erkrankung ist eine Nachbehandlung mit einmal pro Monat, alle 3 Monate, zwei Mal im Jahr oder auch nur eine einmalige Basisbehandlung möglich.

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